Liverollenspiel

Liverollenspiel = LARP (Live Action Role Play)

Liverollenspiel ist eine Mischung aus Improvisationstheater und Rollenspiel. Ähnlich eines Theaterprojekts wird ein Szenario mit Requisiten, Kostümen und Schauspielerei dargestellt. Im Gegensatz zum „echten“ Theater, in dem ein bestehendes und definiertes Stück geprobt und aufgeführt wird, widmet sich das Liverollenspiel der Umsetzung eines freien Rollenspielhintergrundes.

Rollenspiele basieren darauf, dass eine durch eine Spielleitung (Regisseur) ausgedachte und modulierte Geschichte durch die teilnehmenden Spieler (Schauspieler) mitgetragen und durch deren Handlungen mit variiert wird. Eine Rollenspielgeschichte ist nicht eingefasst in einen vorgeformten Handlungsrahmen, sondern entwickelt sich  durch die Akteure und Regie-Leistungen beständig weiter. Aktivitäten der dargestellten Charaktere (Figuren, Rollen) haben direkt Auswirkung auf das Spielgeschehen. Somit ist das Spiel geprägt von der Herausforderung, als Teilnehmer spontan auf wechselnde Spielsituationen zu reagieren, sich darauf einzustellen und gemäß der geänderten Bedingungen weitere Darstellungen zu improvisieren. Des Weiteren bestehen im Rollenspiel keine vorgegebenen Rollen; die Teilnehmer können sich in einem gewissen Rahmen eigene Figuren ausdenken und darstellen.

Konzipiert ist diese Form des Theaters für die Teilnehmenden selbst. Aufführungen, Publikum etc. sind nicht vorgesehen. Es stehen vielmehr Spiel, Spannung, Zeitvertreib, Gruppenerlebnis und vor allem Spaß am gemeinsamen Hobby, Interesse an der Hintergrundwelt und der Schauspielerei im Vordergrund.

Rollenspielsysteme gibt es viele. Die meisten von ihnen befassen sich mit Fantasy-Welten, z.B. Star Trek, Star Wars, Herr der Ringe oder Das Schwarze Auge. „Vampire – Die Maskerade“ ist eines dieser Systeme.

Wichtige Begriffe, die im LARP häufig Verwendung finden:

  • Spielleitung (SL) – Die Person / Personen, die sich um die Geschichte bemühen, die Regie führen. Die Organsiation, der Ablauf, die Spielregeln, die Verwaltung der Charaktere etc. liegen bei der Spielleitung.
  • Plot – Der Handlungsstrang, die Geschichte. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten für Plots, kleinere, schnell überschaubare Handlungen, aber auch weitreichende, sich über einen langen Zeitraum entwickelnde Geschichten. Teilweise laufen verschiedene Stories zeitgleich, um die Teilnehmer möglichst umfassend zu beschäftigen.
  • Regelwerk – Gemäß aller anderen Sparten an Rollenspiel (Kartenspiele, Erzählspiele etc.) liegt dem Spielablauf ein Regelwerk zugrunde, welches die Fähigkeiten und Möglichkeiten der dargestellten Figuren regelt und ausbalanciert. Da die meisten Rollenspiele in einer Fantasiewelt angesiedelt sind, in der es übernatürliche Kräfte gibt, ist es nicht einfach, eine Regelumsetzung für ein Live-Spiel zu gestalten. Live-Regelwerke müssen einen Spagat zwischen „Darstellbarkeit“ und Einfachheit auf der einen und stimmungsvolle Umsetzung der Spielwelt auf der anderen Seite erbringen.
  • Spieler-Charakter (SC) – Eine Figur, die durch einen Teilnehmer eigenständig entworfen und von diesem selbst dargestellt wird. Diese Figuren bewegen sich frei in dem Geschehen. Die Verwaltung der Figuren, deren Weiterentwicklung, Fähigkeiten und Können liegen bei der Spielleitung.
  • Nicht-Spieler-Charakter (NSC) – Ein Statist. Ebenfalls dargestellte Figur, jedoch eine Rolle, die durch die Spielleitung vorgelegt und unter entsprechender Anweisung gespielt wird. Diese Figur bewegt sich anhand ihres „Einsatzplans“ in dem Geschehen, also nicht frei. In aller Regel dienen NSCs dem Voranbringen des Plots.
  • Intime / Inplay (IT) – Die Zeit, die in der Spielwelt abläuft. Die Zeitspanne, in der das Spiel live ausgespielt wird. Alles, was in dieser Zeit geschieht, wirkt sich auf die Weiterentwicklung der Charaktere und Plots aus.
  • Outtime / Offplay (OT) – Die Zeit, in der das Spielgeschehen pausiert, nicht live fortgeführt wird. Beispielsweise zwischen den Spielterminen oder während eines Treffens kürzere Pausen, um Regelbelange etc. zu klären. Diese Zeitabschnitte haben keinen Einfluss auf die Weiterentwicklung der Charaktere und Plots.